Ostern war eh schon immer sehr speziell.
Bei mir und da bin ich ehrlich, war es in den letzten Jahren meist geprägt von Hektik und emotionalem inneren Chaos. Es muss wohl an der Jahreszeit liegen und ja ok, meine Frau und ich haben irgendwie auch immer an Ostern gearbeitet, dass macht es dann eh nicht besser. Dieses Jahr hab ich nach dem Tod meines Kumpels im Laden sowieso ein halbes Jahr Chaos hinter mir, dass trübt den Blick auf Ostern ebenso.
Heute unterschrieb ich die ersten Verträge für meine neue berufliche Zukunft und
vor 7 Jahren schrieb ich ebenfalls am Ostersonntag ein Lied für ,,die Geerdeten" und diese Hymne hieß ,,Unser Dorf".
Es war übrigens das erste Osterfest, welches wir als Familie ohne einen geliebten Menschen verbringen mussten.
Dann kam Corona, danach der Neuaufbau nach dem Hochwasser, dann heute dies und morgen das....bla bla bla!
Es hört eh nicht auf!
Im laufe der Zeit verlieren solche Feste wie Ostern und auch Weihnachten ihren Glanz.
Die Zeiten haben sich generell verändert, um dies zu erkennen braucht man kein Philosoph zu sein.
Besinnlichkeit? ....drauf geschissen!
In sozialen Netzwerken und Statussen werden massenweise Bilder gepostet, um nach außen hin die heile Welt zu präsentieren, während hinter dem Osterei mit verschwommenen Hintergrund, das nächste Bier geöffnet wird, weil diese besagte Welt doch eigentlich in Schutt und Asche liegt.
Liebe, Fürsorge, Besinnlichkeit und füreinander da sein? Ach komm lass mal und sauf weiter ....!
Warum postet nichtmal Jemand wenn er an Ostern arbeitet, sich sozial einbringt, seine Kinder zu Bett bringt, die Toilette reinigt oder Wäsche wäscht? Warum postet nichtmal Jemand ein Bild von Menschen, denen man dankbar ist, weil sie an solchen Feiertagen für einen da sind und arbeiten, sei es in der Pflege, Gastro, Polizei, Armee oder in allen anderen Bereichen die der Allgemeinheit dienen?
Alles nicht so wichtig, so holt man lieber die dicken Eier raus, um allen anderen drumherum zu zeigen, wie geil man doch sei, immer unter dem Motto ,,Alles im Lot in meiner coolen Welt"!
Es ist doch nur ein Klick und alles ist perfekt!
Wir vergleichen uns, das ist die Königsdisziplin des Irrsinns! Wir tun es rund um die Uhr. So verliert eine Gesellschaft ihre Werte und ihre Art der Kommunikation. Tag um Tag verlassen uns Menschen, die mit ihren freien Gedanken die Welt bereichern könnten. Irgendwann verstummen wir Alle, weil der Shitstorm über soziale Medien viel einfacher zu entfachen ist, als die Auseinandersetzung mit den wirklichen Problemen unserer Gesellschaft. Jeder kehrt nur noch an der eigenen Grundstücksgrenze...Scheiss drauf wie es dem Nachbarn da drüben geht!
Und weshalb Cruiser in der Überschrift?
Ja ich bin in diesem Jahr einfach mal zu Ostern geflüchtet, hinein in die Cruiserwelt nach Holland. Das sind solche Fahrräder die wie Motorräder aussehen und die Szene ist ohnehin weit entfernt vom Mainstream.
Der Besuch beim enzigsten Cruiserladen Europas in Zwolle hat mir wieder gezeigt, wie wichtig es ist miteinander zu kommunizieren, gemeinsame Leidenschaften zu teilen, offen und empänglich für andere Ideen zu sein und wie wichtig es ist seine eigene Träume zu leben, auch wenn sie noch so absurd erscheinen.
Die Gespräche mit den Tretharly Jungs waren wieder eine sehr kostbare Zeit und sinnbildlich für das, was eine Welt eben auch sein könnte!
In diesem Sinne, lasst uns ab morgen die Welt retten...
Frohe Ostern wünscht
Euer Alf von Ritzelzeit
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