Raufbolde und Freunde im Land der Pyramiden


Endlich Urlaub, denkt man sich. Aber fährst Du nicht weg, hast Du ein Problem. Arbeit, Garten und alles das was man ja schon immer MAL machen wollte, liegt auch noch rum. Und überhaupt hat man ja Zeit im Urlaub, aber irgendwie dann wieder auch nicht. Die Tage mit ,,nur mal schnell einkaufen" oder ,,lass mal
kurz Garten machen" fliegen noch schneller an Dir vorbei, als es so schon der Fall ist.


Dieses gefühlte nie zur Ruhe kommen ist wie die Salzstraße, hart und kräftezehrend.
So warf ich den Ruffian in den Bus und lies mich von meiner Frau (musste arbeiten) 
im Bergbauland Mansfeld Südharz aussetzen.


 
Da stand ich nun im Land der Pyramiden, 30ig Kilometer von daheim entfernt. Einfach nur nach hause fahren wäre tatsächlich langweilig. So ging es nach einem kurzen Telefonat zu Achim, einem guten Freund. Ganze 25 Kilometer in die entgegengesetzte Richtung. Das bedeutet, dass ich dann noch mindestens 55 Kilometer bis nach hause muss...auf einem Cruiser. Bei meinem derzeitigen Fitness - Level .... ein Kraftakt. Hinzu kommt die brütende Hitze und der Wind aus Nord-Ost. Drauf geschissen, Freundschaften muss man pflegen! Mit Volldampf vorbei an der ersten Pyramide und schnell noch beim Bäcker Überraschungs-Kaffee holen, denn Sven war auch da. 
Drei Kaffee, ein Rucksack, keine Hand zum lenken und schalten mehr frei. Das muss so einen verwirrten Eindruck bei der Tante am Backwarenstand hinterlassen haben, dass sie mir freundlicherweise eine leere Salatschachtel für den Kaffeetransport direkt bis an den Cruiser brachte. 


Wenige Minuten später, Ankunft bei Achim und Sven, zwei Stunden Abtauchen in vergangene Zeiten. Es war großartig. Hätten wir nicht irgendwann auf die Uhr gesehen, wäre ich sicherlich versackt.

Der Heimweg auf dem Raufbold, so wird der Ruffian genannt, lief besser als gedacht. Einsame Wege, immer geradeaus durch kleine verträumte Dörfer, entlang am kleinsten Gebirge Mitteldeutschlands, dem sagenumwobenen Kyffhäuser. Pause gehört zum cruisen genauso dazu, wie beim Fußball der Schiedsrichter. Während man Eiskaffee oder ein Bier aus dem Rucksack trinkt, schweifen die Gedanken in die Ferne. Zum ersten mal hatte ich das Gefühl von Urlaub. Wie schön wäre es, jetzt genau in diesem Moment, weiterzufahren. Vielleicht bis ans Meer? Das wärś ...
Machen, einfach nur machen, dass Leben ist kurz!
Nach 62 Kilometern und knapp 400 Höhenmetern war ich am Ziel.
Kopfkino, Sehnsüchte, Freundschaften. 
Dicke Beine, Sonnenbrand und die typische Cruiserhaltung auch jetzt noch hier im Sessel.
Kann es was schöneres geben? NEIN!
All DAS war jeder Meter auf dem Raufbold wert.
Atta ...(hat nen geilen Blog), er schrieb gerade und ja ich komm jetzt Bier trinken,
ist ja schließlich Urlaub und Tag der Freunde!

Euch liebe Leser eine angenehme Nacht und vielen Dank fürś Lesen
Euer Alf von Ritzelzeit








Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Einzelkämpfer 2020

Pendix, das zweite Leben der Bio-Bikes

Wenn die Jugend einmal baut ...