Cruisen am Geiseltalsee

ist wie Singlespeed fahren in den Alpen ...oder so ähnlich ....

Stunden später sitze ich nun hier im Ohrensessel, der frisch von meiner Frau servierte Kaffee qualmt neben mir aus der Ritzelzeit Tasse und verbreitet einen herrlichen Duft vorm Kamin. Und so ziehen die Bilder des Tages noch einmal an mir vorbei. Nach einer endlos stressigen Woche, packten wir heute früh die Beachcruiser in den Bus und ab ging es an den 80 Kilometer entfernte Geiseltalsee! Noch gestern Abend stöberten wir auf www.geiseltalsee.de nach der Route und entschlossen uns für eine Umrundung des Tagebaurestsees im südlichen Sachsen Anhalt. Parkplätze direkt am Radrundweg gab es genügend! So begannen wir unsere Tour im schönen Stöbnitz am Campingplatz. Da es auf dem Radrundweg auch einen Weinberg geben sollte, und ein Berg ja auch immer ein Berg ist, entschlossen wir uns die Runde im Uhrzeigersinn zu fahren und nahmen die Rampe gleich am Anfang ins Visier! Wenn ich als ganz gut trainierter Radfahrer, von Rampe spreche...dann weiss ich auch, was eine Rampe ist. Dieser besagt Anstieg zum Reiferts Weinberg, gepaart mit Drei Gang Beachcruisern und prall gefüllten Packtaschen, hatte sich den Namen ,,Rampe" tatsächlich verdient! 




Aber liebe Radfahrer...wenn man nach der ganzen Quälerei, einige Zeit später, hoch oben auf dem Weinberg sitzt und den Blick über den Geiseltalsee genießt, dann hat sich hierfür jeder Meter bergauf gelohnt! Hinter einer Begegnungsstätte, die wie eine Kapelle aussah, hatten wir uns bei herrlichstem Sonnenschein nun eine erste Pause verdient und ließen unsere Seele baumeln. Eine Sonnenuhr und die Saale Unstrut ,,schönste Weinsicht 2020", luden zum Verweilen ein. Hier hatten wir zum ersten mal, des bisher sehr schwierigen Jahres 2021, so etwas wie Urlaubsgefühle. Oh man, ich hatte es fast vergessen, wie Fernweh sich anfühlt.



Weiter ging es auf dem Rundweg und endlich auch bergab! Mit jedem Kilometer den wir in Richtung Meeresspiegel bretterten, wurde es kälter. Und nun verschwand leider auch die Sonne. Der April meldete sich gnadenlos zurück! 





Am Badestrand von Frankleben war die Hälfte des Rundweges geschafft. Hier hatte ein Imbiss geöffnet und einige Menschen genossen den Spaziergang am Strand. Wir zogen im Kampf gegen die Kälte, die letzten Kleidungsstücke aus den Packtaschen und es ging auch gleich weiter in Richtung Tour Höhepunkt, den Hafen Marina Mücheln. Der Wind kam irgendwie immer von vorn! 


Der alte Geisel wird dafür gesorgt haben, dass wir nach gut 20 Kilometern am Hafen Marina Mücheln standen. 
Die wohlverdiente Mittagspause, nahmen wir menschenscheu wie wir sind, dann aber abseits der Touristenaufläufe im Ökolino Kinderpark ein und das Wichtigste ...bei Sonnenschein! Der Ökolino Kinderpark befindet sich in Mücheln und ist mein persönlicher Geheimtipp für eine wohlverdiente Pause!


Auf unseren letzten 6 Kilometer schweiften unsere Blicke über die kleinen Häfen und den Geiseltalsee. Unten am Hafen spielte eine Blasmusik Kapelle, mit Corona bedingtem Abstand zwischen den Musikern. Die Melodie hallte auf den See hinaus und wir, da oben auf dem Radweg, mussten erst einmal inne halten! Ach man, ich kann gar nicht beschreiben, wie es ist, mal wieder Live Musik zu hören. In tiefen Gedanken und all den vergangenen Erinnerungen, ging es noch immer bewegt im Kopf, die letzten Kilometer leicht bergauf zum Start- und Zielpunkt dieser Tour!
26-Drei-Gang-Cruiser-Kilometer, etliche Höhenmeter und viele Eindrücke, lassen mich nun hier im Ohrensessel vorm Kamin demütig werden. 

Unsere heutige Tour zum nachfahren findet Ihr hier: https://www.komoot.de/tour/355463816?ref=wtd

Schön das Ihr liebe Leser mit dabei ward und Danke fürś Lesen! Eine angenehme Woche wünscht ...

Euer Alf von Ritzelzeit






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