Fahrräder und Menschen


ist dieselbe Beziehung wie Hunde und Menschen. 
Man sagt ja oft, wenn Menschen ihrem Herz folgen und sich einen Hund aussuchen, dann ähneln sie sich meist und ganz ehrlich...das trifft fast immer zu!
Wenn ich die letzten Wochen im Radladen Revue passieren lasse, dann ist es tatsächlich auch dort so, dass Menschen sich Fahrräder aus den unterschiedlichsten Beweggründen aussuchen. Ist dann noch das Herz dabei, dann passt der Typ Fahrrad tatsächlich zu 100 Prozent auch zum Typ Mensch. Jeder Mensch, jedes Bike haben eine Geschichte und jeder Mensch und jedes Bike werden die nächsten gemeinsamen Geschichten auch in der Zukunft miteinander schreiben! 
Was für ein Satz! Manchmal weiss ich selbst nicht wo ich diese Gedanken herhole.



Eine Geschichte welche mich auch heute noch sehr bewegt, ist die Geschichte vom Long Haul Trucker. 
Eines Tages erhielt ich ein Anruf aus Göttingen, von einem jungen Mann der unbedingt und alternativlos ein Surly suchte. Das ich eine besondere Beziehung zu Surly pflege, ist für die meisten unserer Kunden (eher Freunde) ja nichts neues. Aber dieser Anruf und die Beziehung die daraus entstand, war auch für mich eine neue, einzigartige Erfahrung.
Es gibt so viele, wirklich schöne Fahrräder auf dieser Welt, aber was bewegt einen jungen Menschen dazu, sich einen Long Haul Trucker zuzulegen? In Zeiten von Cravelschaltungen, Federwegen und Mörder E-Motoren ...soll die Alternative ein Stahl Randonneur sein?
Als dann ein paar Tage später der Surly Karton bei uns in der Werkstatt stand, begann ich mit Hingabe und Liebe die Montage des Rades. Und ja, mein Chef rollte sicherlich mehrfach die Augen, als das Kind in mir die Zeit dahinraffen lies. Die Augen leuchteten beim komplettieren dieses wunderschönen Stahl Renners, welcher mit seinen vielen kleinen, grandiosen Details, an die Zeiten der 80er und 90er Radreise Klassiker erinnerte. 
An jene Zeit, wo das Rad einen in keiner Situation in Stich lassen sollte oder durfte, weder auf dem Weg zur Arbeit, noch auf dem Weg um die Welt! 



Irgendwann stand Mathes im Laden. An diesem Tag war wirklich sehr viel los, aber ihr könnt mir glauben ...ungesehen und unbekannt...ich hätte Euch aus der Corona bedingten Schlange vor dem Laden, den neuen Surly Fahrer sofort herauspicken können. Es hat auch keine Minute gedauert, bis wir miteinander warm waren. Es sind die Begegnungen wo ich immer nicht weiss, ob man schon mal gemeinsam ein Pferd gestohlen oder Schafe gehütet hat. Diese Vertrautheit war beängstigend.
Als ich dann beim Kaffee das Surly rüber schob, war er zu tiefst berührt. Und ja, das war auch neu für mich ... dass Jemand auf den ersten Blick so verliebt in ein Fahrrad ist! 
Mathes ist noch Student, hat sich das Bike in harter Ferienarbeit beim Ausbau eines Fachwerkhauses verdienen müssen und ich glaube es war ihm jeder noch so hart erarbeitete Cent wert! 



Mathes man sieht sich immer zweimal im Leben! 
Eure gemeinsame Geschichte beginnt hier und jetzt und ich bin mir sicher, das sie lange anhalten wird! Allzeit gute Fahrt!!!

Euer noch berührter ...Alf von Ritzelzeit


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